Eine der häufigsten Fragen von Ökobilanz-Einsteigern lautet: Wie lassen sich Ökobilanzen bereits in den frühen Phasen des Planungsprozesses umsetzen, wenn noch nichts gezeichnet wurde? Und wie gelingt das, wenn gleichzeitig unterschiedliche Tragwerke und Materialkombinationen im Benchmark verglichen werden müssen?
Die frühzeitige Durchführung von Ökobilanzen bietet zahlreiche Vorteile, unter anderem:One Click LCA hat den Carbon Designer 3D (CD3D) entwickelt, um die Herausforderung der frühzeitigen CO2-Optimierung zu lösen. Das Tool ermöglicht es jedem Teammitglied, von Projektbeginn an unkompliziert CO2-Daten zu einem Projekt zu erhalten. Mit CD3D können Teams Entwürfe erstellen, CO2-Hotspots identifizieren, unterschiedliche Tragwerke im Benchmark vergleichen, für aussagekräftige Vergleichsanalysen ins Detail gehen und die gewünschte Design-Variante anschließend in eine vollständige Ökobilanz überführen.
Geben Sie zunächst einige grundlegende Informationen zu Ihrem Projekt ein: den gewünschten Namen (1), das zu verwendende Referenzgebäude (2), die ungefähre Bruttogeschossfläche (3) und den Berechnungszeitraum (4). Der Berechnungszeitraum dient zur Ermittlung der Auswirkungen aus der Nutzungsphase des Gebäudes und bildet im Wesentlichen ab, wie lange das Gebäude genutzt wird.
Unterschiedliche Gebäudetypologien haben unterschiedliche Anforderungen. Die Auswahl des richtigen Gebäudetyps stellt daher sicher, dass die passendsten Einstellungen angewendet werden. Handelt es sich bei Ihrem Projekt um eine Mischnutzung, wählen Sie den Typ, der den größten Teil des Projekts am besten beschreibt.
An dieser Stelle fragt das Tool nach weiteren Details zum Projekt (1), etwa danach, für welche Gebäudeelemente Sie Ergebnisse wünschen, nach der Anzahl der ober- und unterirdischen Geschosse (2) sowie nach Ihrem Referenz-Tragwerk (3).
Carbon Designer 3D ist ein „Shoebox“-Analysetool, das heißt, die resultierende Geometrie ist ein Rechteck. Sie können jedoch sowohl die Abmessungen des Projekts als auch die für die Berechnung der finalen Auswirkungen verwendeten Mengen beeinflussen.
Der letzte Schritt ist zwar optional, aber von großer Bedeutung: Er ermöglicht Ihnen, vordefinierte Gebäudevorlagen zuzuweisen. Innerhalb von CD3D können Sie Ihre bevorzugten Konfigurationen außerdem als vollständige Gebäudevorlagen speichern und für mehrere Projekte verwenden. Dies verbessert die Kommunikation mit Kunden: So können Sie ihnen die Vorteile und Auswirkungen Ihres Designs und Ihrer Beratungsleistung praxisnah demonstrieren.
Von einer CO2-Heatmap bis zur CO2-Schätzung der einzelnen Projektelemente bietet CD3D eine übersichtliche Möglichkeit, die erwarteten Auswirkungen von Designentscheidungen darzustellen. Zusätzlich stellt CD3D eine detaillierte Liste aller Materialaufbauten bereit, die in die Berechnung der grauen Emissionen des Projekts einfließen. Entsprechen einzelne dieser Aufbauten nicht Ihren Designentscheidungen, können Sie sie unkompliziert durch passendere Optionen ersetzen. Sind Sie beispielsweise mit der Standardwahl für Geschossdecken nicht zufrieden, können Sie die Baugruppe „Ortbetonplatte“ durch eine „nachgespannte Bodenplatte“ ersetzen.
Darüber hinaus können Sie mit CD3D bis zu vier verschiedene Design-Alternativen vergleichen und die gewählte Variante exportieren. In diesem Beispiel hat One Click LCA beispielhafte Änderungen an der Materialliste für die Geschossdecken vorgenommen: Ausgehend von einer Spannbetondecke als Referenz vergleicht One Click LCA diese mit einer Holzbalkendecke, einer Ortbetondecke und einer Verbunddecke aus Beton und Metall.
Benötigen Sie weitere Optionen? Innerhalb von Carbon Designer 3D können Sie eigene, individuelle Konstruktionen verwenden, um die Nutzung noch passgenauer zu gestalten. Details zur Einrichtung privater Konstruktionen finden Sie in diesem Artikel aus unserem Helpdesk.
In diesem Video-Tutorial erfahren Sie, wie Sie die Standardkonstruktion für ein bestimmtes Gebäudeelement in Carbon Designer 3D ändern. Über die Benutzeroberfläche des Tools wählen Sie das gewünschte Gebäudeelement aus und setzen eine Konstruktion auf 100 %, wodurch diese zur neuen Standardkonstruktion wird.
In diesem Video zu Carbon Designer 3D sehen Sie, wie ein individueller Gebäudeentwurf durch Anpassung der Gebäudeabmessungen und der Tragwerksangaben entsteht. Der Ablauf zeigt, wie sich verschiedene Elemente anpassen lassen, von den Gebäudeabmessungen bis zur Tragwerksstruktur. Sobald der Entwurf fertiggestellt ist, speichert CD3D ihn und führt ihn mit einem bestehenden Projekt zusammen.
Das Tool bietet den größten Nutzen in der frühen Phase, solange noch keine Entscheidungen final feststehen. Es spielt aber auch später im Prozess eine bedeutende Rolle, besonders bei Informationslücken. Häufig fehlen in BIM-Modellen einzelne Elemente wie die Bewehrung im Beton oder Anstriche. Da CD3D nicht nur CO₂-Werte, sondern auch eine tatsächliche Stückliste liefert, können Sie fehlende Informationen in Ihrem Entwurf ergänzen.
Trifft das auf Ihren Anwendungsfall zu, gehen Sie wie folgt vor: Setzen Sie im Schritt der Geometrieberechnung alle Mengen, für die bereits Informationen vorliegen, auf 0. Führen Sie den exportierten Entwurf anschließend mit einem bestehenden Projekt zusammen, anstatt ein neues Projekt zu erstellen.
Der richtige Zeitpunkt ist entscheidend für die Dekarbonisierung. Reduzieren Sie Emissionen um bis zu 50 %, indem Sie frühzeitig optimieren. Beginnen Sie mit Carbon Designer 3D beim Gebäudetyp und der Größe. Passen Sie anschließend Material und Tragwerkselemente an und vergleichen Sie Entwürfe, um die CO2-ärmste Option zu finden. Mit Carbon Designer 3D optimieren Sie graue Emissionen innerhalb weniger Minuten. Dabei sparen Sie Zeit bei CO2-Berechnungen, erhalten frühzeitig Rückmeldung zu CO2-Hotspots, finden Einsparpotenziale, setzen sich Ziele und gewinnen mehr Projekte.