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Zirkuläres HLK-Design im großen Maßstab: Wie Swegon mit praxisnahen Zirkularitätsstrategien graue Emissionen reduziert

Geschrieben von Ulrika Rudquist | Juli 31 2026

Warum Kreislaufwirtschaft im HLK-Bereich wichtig ist

Da sich der Fokus zunehmend vom Energieverbrauch im Betrieb auf den sogenannten verkörperten Kohlenstoff (im Folgenden als graue Emissionen bezeichnet) verlagert, rücken mechanische, elektrische und sanitäre Anlagen (MEP), einschließlich der HLK-Technik (Heizung, Lüftung und Klimatisierung), immer mehr in den Mittelpunkt. HLK-Produkte können zwischen 15 und 36 % der grauen Emissionen in neuen Bürogebäuden ausmachen. Bei Sanierungsprojekten, bei denen die Bausubstanz erhalten bleibt, liegt dieser Anteil deutlich höher. 

Doch bei der Wiederverwendung oder Modernisierung technischer Anlagen hinkt die Branche hinterher. Im Bereich der Kreislaufwirtschaft für technische Systeme ist die Branche noch bei weitem nicht so weit fortgeschritten wie bei anderen Gebäudekomponenten. Aus diesem Grund konzentriert Swegon, ein führender HLK-Hersteller, seine Bemühungen auf diesen Bereich, da hier die größte Wirkung erzielt werden kann. Swegon wendet Lebenszyklusdenken und praktische Wiederverwendungsmodelle an, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren, die Lebensdauer der Anlagen zu verlängern und klimabewusste Sanierungen zu unterstützen. 

Reduzierung der grauen Emissionen in HLK-Anlagen 

HLK-Anlagen werden im Laufe des Lebenszyklus eines Gebäudes in der Regel mehrmals ausgetauscht. Während bisher vor allem der Energieverbrauch die Optimierung der Konstruktion bestimmt hat, müssen nun auch graue Emissionen gleichermaßen berücksichtigt werden. 

Für HLK-Anlagen bedeutet dies, das Produktdesign, die Materialien und die Strategien für das Ende der Lebensdauer zu überdenken. Die Daten von Swegon deuten darauf hin, dass mehrere Austauschzyklen im Laufe der Zeit die grauen Emissionen erheblich erhöhen, es sei denn, diese Systeme werden wiederverwendet oder revitalisiert. 

Swegons RE:3-Modell für kreislauforientierte HLK-Systeme 

Swegon hat ein umfassendes Kreislaufkonzept namens RE:3 entwickelt, das auf drei Schlüsselstrategien basiert:

  • Reduce: Minimierung der grauen Emissionen in neuen Produkten durch Designoptimierung und alternative Materialien. 
  • Revitalize: Produkte vor Ort aufrüsten, um ihre Lebensdauer zu verlängern, die Energieeffizienz zu verbessern und Betriebsunterbrechungen zu reduzieren. 
  • Reuse: Gebrauchte Systeme zurücknehmen, in Swegon-Werken aufbereiten und mit voller Garantie wieder auf den Markt bringen. 

Swegon betrachtet dies nicht als eine einzige Lösung, sondern als ein Lösungsportfolio. Jeder Schritt ist darauf ausgelegt, die Auswirkungen auf das Klima je nach der Phase des Produktlebenszyklus zu verringern. Zusammen bilden sie ein praktisches Modell für kreislauforientierte HLK-Systeme. 

Reduce: Bis zu 40 % weniger CO₂-Emissionen

Swegon verwendet in allen Produktlinien fossilfreien, recycelten Stahl. Dadurch werden die Emissionen bei Standard-Schalldämpfern um 25 % gesenkt. Ein Prototyp mit Holzrahmen reduzierte die Emissionen um 40 %. Propangas-Kältemittel (R290) haben zudem die Kältemittelemissionen um zwei Drittel gesenkt. 

Revitalize : 75 % weniger CO₂-Emissionen durch Modernisierungen

Über 1.000 Geräte wurden vor Ort modernisiert. Dadurch wurden die Emissionen und die Kosten für einen Austausch vermieden. Revitalisierte Systeme verursachen nur 25 % der Umweltbelastung neuer Anlagen, bei etwa einem Drittel der Gesamtkosten für einen Austausch. 

Reuse : Bis zu 96 % weniger CO₂, volle Garantie

Im Rahmen des Reuse-Programms von Swegon werden gebrauchte Geräte zurückgenommen und mit modernisierten Steuerungen sowie geprüfter Leistung wiederaufbereitet. Je nach den erhaltenen Materialien werden die Emissionen um 75–96 % reduziert. 

Gewonnene Erkenntnisse: Zusammenarbeit ist der Schlüssel

Swegons Erfolg ist nicht im Alleingang entstanden. Das Unternehmen hat eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe namens Recreate ins Leben gerufen, an der Immobilienunternehmen und Projektbeteiligte mitwirken, um gemeinsam Praktiken der Kreislaufwirtschaft zu entwickeln. 

Die Erfahrung hat mehrere Erkenntnisse zutage gefördert:

    • Bestandsaufnahme und Demontage sind Engpässe. Ohne skalierbare Modelle bleiben die Kosten und der Zeitaufwand für die Rückgewinnung von Systemen hoch.
  • Erst wenn etwas wieder eingebaut wird, handelt es sich um Wiederverwendung. Der Abbau und Transport von Produkten, die nicht wiederverwendet werden können, ist eine Verschwendung von Ressourcen.
  • Die Aufklärung des Marktes ist entscheidend. Swegon betont die Notwendigkeit einer stärkeren Sensibilisierung: Swegon erhält nicht so viele Anfragen nach wiederverwendeten Systemen, wie es eigentlich sein sollte. Das zeigt, dass der Markt noch nicht ganz so weit ist. 

Praktische Erkenntnisse für Gebäudeeigentümer und Fachleute

  • Bewerten Sie die Auswirkungen über den gesamten Lebenszyklus, nicht nur die Anschaffungskosten. Die nachhaltigste Option ist möglicherweise eine Modernisierung, nicht ein Austausch. 
    • Spezifizieren Sie kreislaufwirtschaftliche Optionen. Bei gleicher Leistung bieten wiederverwendete oder revitalisierte Systeme erhebliche CO₂-Einsparungen.
    • Arbeiten Sie mit Herstellern zusammen. Rückgewinnung, Qualitätskontrolle und Garantien erfordern oft eine Koordination, die nur Hersteller leisten können. 
  • Bewerten Sie Produkte anhand verifizierter EPDs. Transparenz ist entscheidend: Lesen und vergleichen Sie EPDs, anstatt deren Vorhandensein einfach für bare Münze zu nehmen. 

Die Skalierung kreislaufwirtschaftlicher HLK-Systeme ist möglich und notwendig

Da sich der Schwerpunkt in der bebauten Umwelt von Neubauten hin zu Sanierungen verlagert, bieten kreislaufwirtschaftliche HLK-Systeme einen der klarsten Wege zur Reduzierung grauer Emissionen. Swegons RE:3-Konzept zeigt, dass klimabewusstes Design keine spekulativen Innovationen erfordert, sondern die praktische Anwendung bewährter Konzepte, gestützt durch Zusammenarbeit. 

Swegons Einsatz von One Click LCA

Swegon nutzt One Click LCA, um Umweltproduktdeklarationen (engl. Environmental Product Declaration, EPD) effizient und in großem Maßstab zu erstellen, was dem Unternehmen hilft, die Umweltauswirkungen seiner Produkte zu bewerten und zu kommunizieren. Das Tool unterstützt zudem Entscheidungen im Bereich Forschung und Entwicklung, indem es Swegon ermöglicht, Materialauswahlen anhand ihrer Nachhaltigkeitsleistung zu bewerten. Darüber hinaus erleichtert es die funktionsübergreifende Zusammenarbeit zwischen den Geschäftsbereichen und Produktionsstandorten von Swegon und stellt sicher, dass Erkenntnisse zum Umweltschutz unternehmensweit geteilt und einheitlich umgesetzt werden. 

Die Zusammenarbeit mit One Click LCA war eine positive Erfahrung. Das Team kommuniziert schnell und freundlich und zeigt ein tiefes Verständnis für die Kundenbedürfnisse.“ – Oskar Thomasson, Nachhaltigkeitsbeauftragter, Swegon-Gruppe

Wie HLK-Hersteller mit One Click LCA EPDs skalieren können

Die Umsetzung von Kreislaufstrategien in der HLK-Branche, sei es durch Materialauswahl, Modernisierungen oder Reuse, erfordert zuverlässige Lebenszyklusdaten. Der EPD-Generator von One Click LCA ermöglicht es Herstellern, von unabhängigen Stellen verifizierte Erklärungen gemäß EN 15804 und ISO 14025 zu erstellen, auch für generalüberholte Systeme und Systeme im Second-Life-Einsatz. 

Maßgeschneiderte Modellierung stellt sicher, dass EPDs die tatsächlichen grauen Emissionen widerspiegeln, während Automatisierungsfunktionen wie API-Integration und Stapelverarbeitung die Dokumentation in großem Maßstab optimieren. EPDs können zudem auf Materials Compass veröffentlicht werden, was die Transparenz in Beschaffungs- und Compliance-Workflows fördert.

Dies hilft HLK-Herstellern dabei, die Erwartungen der Käufer, gesetzliche Anforderungen und Ziele zur CO₂-Reduzierung zu erfüllen, mit konsistenten, überprüfbaren Daten über ihre gesamten Produktlinien hinweg.