Die neue deutsche Regierung hat die Zustimmung des Parlaments und der Bundesregierung zu einem Sonderfonds in Höhe von 500 Milliarden Euro erhalten , mit dem die Infrastruktur verbessert, die Verteidigung gestärkt und die Klimaschutzmaßnahmen beschleunigt werden sollen. Von dieser Gesamtsumme sind mindestens 100 Milliarden Euro für klimabezogene Investitionen vorgesehen – ein klares Bekenntnis der Regierung, Deutschland bis 2045 klimaneutral zu machen.
Dies stellt eine große Chance dar, die Dekarbonisierung des deutschen Bausektors zu unterstützen, der für einen erheblichen Teil der Emissionen des Landes verantwortlich ist, insbesondere durch Baumaterialien.
Dieser kreditfinanzierte Fonds wird über einen Zeitraum von 12 Jahren eingesetzt und dient der Modernisierung kritischer Systeme - von Energieversorgungsnetzen bis hin zu Verkehrsnetzen - bei gleichzeitiger Reduzierung der industriellen und strukturellen Emissionen. Der Umfang des Fonds und seine rechtliche Absicherung signalisieren einen langfristigen Wandel hin zu einer systematischen Dekarbonisierung – mit direkten Auswirkungen auf die Bau- und Fertigungsindustrie.
"Dies ist kein Ausgabenprogramm für die nächsten paar Jahre. Das ist ein langfristiges Programm für die Transformation unseres Landes."
- Friedrich Merz, CDU-Parteivorsitzender
Die Partei "Bündnis 90/Die Grünen" stimmten dem Paket zu, nachdem sie die Zusage erhalten hatten, dass mindestens ein Fünftel der Mittel für den Klimaschutz verwendet wird.
Während die Details der Investitionen noch entwickelt werden, wird erwartet, dass der Fonds Prioritäten setzen wird:
Dies schafft starke Anreize für die Beteiligten, die CO₂-Bilanz von Materialien und Bausystemen nachzuweisen. Dabei werden Daten aus Ökobilanzen (engl. Life Cycle Assessment, LCA) und Umweltproduktdeklarationen (engl. Environmental Product Declarations, EPDs) eine zentrale Rolle spielen, insbesondere wenn es darum geht, sich für Fördermittel zu qualifizieren und die Anforderungen zu erfüllen.
Der Schritt Deutschlands könnte andere EU-Mitgliedsstaaten dazu bewegen, ähnliche Mechanismen einzuführen und so die umfassenderen Klimaziele der EU im Rahmen des Green Deal und des Fit for 55-Pakets zu stärken. Der Schwerpunkt des Fonds auf die langfristige Reduzierung der Klimaauswirkungen steht in Einklang mit mehreren wichtigen regulatorischen Entwicklungen auf EU-Ebene, die den Bausektor betreffen:
Die Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (EPBD): Die überarbeitete EPBD sieht vor, dass ab 2030 für neue Gebäude eine Berichterstattung über den gesamten Lebenszyklus vorgeschrieben ist, was die Nachfrage nach Ökobilanzen und CO2-armen Baulösungen erhöht.
Bauprodukte-Verordnung (CPR): Die laufende Überarbeitung der Bauprodukteverordnung zielt darauf ab, EU-weit harmonisierte Daten zur Umweltleistung (einschließlich CO2-Kennwerte) für Bauprodukte vorzuschreiben - mit einer wahrscheinlichen zukünftigen Rolle für Umweltproduktdeklarationen (EPDs).
Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (ESPR): Durch die ESPR wird der Geltungsbereich des Ökodesigns über energiebetriebene Produkte hinaus erweitert, indem digitale Produktpässe und Mindestanforderungen an die Nachhaltigkeit - möglicherweise einschließlich des "embodied carbon" - für eine breite Palette von Materialien und Komponenten eingeführt werden.
EU-Taxonomie und die "Omnibus-Verordnung": Finanzvorschriften wie die EU-Taxonomie für nachhaltige Aktivitäten und die damit verbundene "Omnibus-Verordnung" schaffen Anreize für klimaorientierte Investitionen, indem sie technische Prüfkriterien für nachhaltige Bau- und Renovierungsmaßnahmen festlegen, die sich häufig auf LCA-basierte Indikatoren beziehen.
Gemeinsam signalisieren diese Maßnahmen eine klare Richtung: datengestützte CO2-Transparenz wird sehr wichtig für den Zugang zu öffentlichen Mitteln, die Einhaltung von Vorschriften und nachhaltige Finanzierungen.
Der deutsche 500-Milliarden-Euro-Fonds ist nicht nur eine nationale Strategie - er ist Teil einer größeren Verlagerung hin zu einem integrierten europäischen Ansatz zur Dekarbonisierung der gebauten Umwelt.
Wir von One Click LCA helfen Herstellern, Bauunternehmen und politischen Entscheidungsträgern, sich auf diesen Wandel vorzubereiten - durch die Bereitstellung von LCA-Tools, die die Umweltleistung von Bauprodukten und -projekten quantifizieren und verbessern.