CO2-Bilanzen landen dieses Jahr häufiger denn je auf dem Schreibtisch. Architekten und Planer benötigen Zahlen zu verkörpertem CO2, auch als graue Emissionen bezeichnet, bevor ein Entwurf final steht. Hersteller müssen Umweltproduktdeklarationen (engl. Environmental Product Declaration, EPD) schneller fertigstellen. Berater sollen mit derselben Personalstärke mehr Ökobilanzen liefern.
Regulatorische Vorgaben verstärken diesen Druck zusätzlich. Die überarbeitete Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Energy Performance of Buildings Directive, EPBD) verpflichtet Neubauten zunehmend zur Berichterstattung der CO2-Emissionen über den gesamten Lebenszyklus. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die Vorgaben bis zum 29. Mai 2026 in nationales Recht umsetzen. Die aktualisierte Bauprodukteverordnung (BauPVO), die seit Januar 2025 in Kraft ist, sowie die Ökodesign-Verordnung für nachhaltige Produkte (Ecodesign for Sustainable Products Regulation, ESPR) führen zusätzliche Pflichten zum digitalen Produktpass und zur CO2-Deklaration für Bauprodukt-Kategorien und darüber hinaus ein.
In Deutschland erfolgt die Umsetzung der EPBD über das Gebäudeenergiegesetz (GEG). In Österreich übernehmen die OIB-Richtlinien 6 und 7 diese Funktion, wobei OIB-Richtlinie 6 überarbeitet wird und OIB-Richtlinie 7 zum Thema Nachhaltigkeit für 2027 erwartet wird. Die Schweiz ist kein EU-Mitglied und daher nicht unmittelbar an EPBD, Bauprodukteverordnung oder ESPR gebunden. Schweizer Hersteller und Planer orientieren sich jedoch häufig freiwillig an diesen Vorgaben, um den Zugang zum EU-Markt zu sichern.
Diese Offenlegungspflichten werden schon bald nicht mehr optional sein. Dennoch beginnt die eigentliche Arbeit an einer Ökobilanz oder einer Umweltproduktdeklaration für viele Teams mit etwas deutlich weniger Strategischem: einem langwierigen Prozess aus dem Anfordern von Lieferantendaten, dem Bereinigen von Tabellen und dem manuellen Konvertieren von PDFs.
Genau hier setzen die neuesten Produkte von One Click LCA an. Eine Reihe neuer KI-gestützter Funktionen entfernt die manuelle, administrative Ebene der CO2-Bewertungsarbeit, damit Fachleute ihre Zeit auf die Entscheidungen verwenden können, die Emissionen tatsächlich reduzieren.
Wofür die Zeit tatsächlich aufgewendet wird: vorgelagerte Datenerfassung
Der Aufbau einer Ökobilanz oder einer Umweltproduktdeklaration beginnt selten mit der Bewertung selbst. Er beginnt Wochen vorher, mit Anfragen nach Lieferanteninformationen, der Bereinigung von Tabellen und der Konvertierung von Dateiformaten.
Das neue Tool "Supply Chain Data Collection" von One Click LCA verlagert diese Arbeit aus einmaligen Beratungsprojekten in einen intern verwalteten, fortlaufenden Workflow. Es unterstützt die Erfassung von Lieferanten- und Beschaffungsdaten, das direkte Einholen von Primärdaten bei Lieferanten sowie die kontinuierliche Aktualisierung von Ökobilanz- und Scope-3-Berechnungen. Gleichzeitig überwacht es Datenqualität und -abdeckung über ein gesamtes Portfolio hinweg statt nur für ein einzelnes Projekt.
Wenn eine Materialliste (Bill of Materials), Daten zum Herstellungsprozess oder ein Lieferantendatensatz unvollständig sind, erstellt die neue KI-gestützte Funktion zur Generierung generischer LCA-Datensätze dennoch skalierbare und belastbare Ökobilanzen, Produkt-CO2-Fußabdrücke und EPDs. Dabei werden die zugrunde liegenden Daten so strukturiert, dass sie mit den Anforderungen des digitalen Produktpasses (Digital Product Passport, DPP) übereinstimmen, sobald diese Standards final feststehen. Unvollständige Lieferanteninformationen müssen ein Projekt somit nicht blockieren, während eine vollständige Lieferantenantwort noch aussteht.
Für die Aufbereitung der Rohdateien gibt es einen eigenen neuen KI-Dateiimport-Agenten, der direkt in die Dateneingabeoberfläche integriert ist. Er verarbeitet Materialdateien so, wie sie tatsächlich eintreffen: unstrukturiert, inkonsistent oder in einem beliebigen, nicht standardisierten Format, das ein Lieferant verwendet. Daraus erstellt er eine strukturierte, einsatzbereite Liste von Materialien und Mengen.
Schnellere Bewertungsprozesse
Die Funktionen zielen auch auf Reibungsverluste innerhalb des Bewertungsprozesses selbst ab.
Eine neue interaktive geografische Karte ermöglicht die Suche nach EPDs anhand des Standorts, statt sich nur auf Filter und Suchbegriffe zu verlassen. Das erleichtert die Beschaffung lokaler Materialien und das Auffinden projektrelevanter EPDs.
Für Hersteller, die Umweltproduktdeklarationen mit dem EPD Generator erstellen, ist die Datenqualitätsbewertung nun in den Modellierungsworkflow integriert und wird nicht mehr erst in der abschließenden Berichtsphase durchgeführt. Dadurch werden Datenlücken und Qualitätsprobleme bereits während der Modellerstellung sichtbar. Hersteller können sie so beheben, bevor ein Bericht final ist, statt eine bereits fertiggestellte Umweltproduktdeklaration nachzubearbeiten. One Click LCA plant, einen Großteil dieses Bewertungsprozesses als Nächstes zu automatisieren, sodass die Überprüfung und Freigabe eines vorgeschlagenen Ratings die manuelle Zuweisung ersetzt.
Die KI-gestützte Berichtserstellung füllt EPD-Beschreibungen automatisch anhand von Projektdaten und Modellierungsannahmen vor. Sie behalten dabei die Kontrolle über die endgültige Formulierung, statt jedes Feld von Grund auf selbst zu verfassen.
CO₂-Bilanz und Kosten zusammenführen
Nachhaltige Entwurfsoptionen scheitern oft aus einem einfachen Grund: Projektteams können ihren langfristigen finanziellen Wert nicht neben den CO2-Werte darstellen.
Die neue Life Cycle Costing-Lösung von One Click LCA verbindet Finanzanalyse und CO2-Leistung in einem Workflow. So können Sie Entwurfsoptionen in derselben Ansicht sowohl hinsichtlich Umweltauswirkung als auch Gesamtbetriebskosten vergleichen.
Lebenszykluskosten und CO2 automatisieren: Optimieren Sie die Entwürfe im Hinblick auf möglichst nachhaltige und kosteneffiziente Lösungen.
Bessere Entscheidungen, noch bevor ein BIM-Modell vorliegt
Die frühesten Entwurfsentscheidungen, etwa Baukörper, Ausrichtung und Tragwerkssystem, haben in der Regel den größten Einfluss auf die CO2-Bilanz eines Gebäudes über dessen gesamte Lebensdauer. Die meisten Bewertungstools benötigen jedoch ein detailliertes Modell, bevor sie belastbare Ergebnisse liefern können.
Der „Sustainable Planner“ von One Click LCA setzt genau an diesem früheren Zeitpunkt an. Er erstellt und vergleicht Entwurfsszenarien anhand minimaler Projektangaben, ganz ohne BIM-Modell. Neben CO2-Schätzungen berücksichtigt er über eine integrierte Mikroklimasimulation auch Windbedingungen, thermischen Komfort und Sonneneinstrahlung. So können Architekten, Bauträger und Planer mehrere Optionen schnell vergleichen und das Risiko einer späteren Neuplanung verringern.
Starten Sie Ihren Weg zur EPD: Erstellen, veröffentlichen und verfolgen Sie die Leistung Ihrer EPDs auf einer Plattform.
BIM und CO₂-Bilanz miteinander verknüpfen
Building Information Modeling spielt eine wachsende Rolle in der Ökobilanzierung. Die Verbindung zwischen BIM-Modell und CO2-Bewertung geht jedoch häufig verloren, sobald Mengen in eine Tabelle exportiert werden.
Der aktualisierte IFC Model Viewer von One Click LCA hält diese Verbindung während des gesamten Projekts sichtbar. Sie können das Modell direkt im Ökobilanz-Projekt in 3D prüfen, ohne den visuellen Kontext zu verlieren. Das beschleunigt die Validierung und reduziert die manuelle Kontrolle importierter Mengen.
Integrationen: Automatisieren Sie Ökobilanzen und EPDs und sparen Sie Zeit mit über 20 Integrationen.
Zirkularität dokumentieren, nicht nur CO2
Mit wachsenden Anforderungen an die Kreislaufwirtschaft steigt auch der Bedarf, zu dokumentieren, woraus ein Gebäude besteht und wohin diese Materialien am Ende ihres Lebenszyklus gelangen.
„Materials Passport“ klassifiziert Materialien automatisch und erstellt Zirkularitätsdokumentation direkt aus Ökobilanz-Projekten. Dabei werden Materialherkunft, Recyclinganteil und End-of-Life-Szenarien erfasst, ganz ohne manuelle Tabellenpflege. Die erste Version unterstützt die Anforderungen des DGNB-Materialpasses, weitere Zertifizierungssysteme sind geplant.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
1. Kann ich eine Ökobilanz (LCA) starten, auch wenn ein Lieferant seine Daten noch nicht übermittelt hat?
Ja. Die KI-gestützte Funktion zur Generierung generischer LCA-Datensätze erzeugt projektspezifische Umweltdaten auf Basis verifizierter Ökobilanz-Inventare und Referenzmodelle. So kann die Modellierung beginnen, bevor alle Lieferanteninformationen vorliegen. Generierte Daten werden immer als solche gekennzeichnet und nicht als Primärdaten von Lieferanten dargestellt. Sie sind zudem so strukturiert, dass sie mit den Anforderungen des digitalen Produktpasses übereinstimmen, sobald diese Standards final feststehen, da die endgültigen DPP-Datenspezifikationen noch nicht veröffentlicht wurden.
2. Kann ich Entwürfe ohne BIM-Modell vergleichen?
Ja. Der „Sustainable Planner“ erstellt und vergleicht Entwurfsszenarien anhand minimaler Projektangaben, ganz ohne BIM-Modell, und berücksichtigt über eine integrierte Mikroklimasimulation Windbedingungen, thermischen Komfort und Sonneneinstrahlung. Das Tool ist für die frühesten Entwurfsentscheidungen konzipiert, etwa Baukörper, Ausrichtung und Tragwerkssystem, bevor ein detailliertes Modell vorliegt.
3. Ersetzt KI den Ökobilanz-Experten?
Nein. Die neuen Tools übernehmen Formatierung, Datenabgleich und das Erstellen von Dokumentationsentwürfen. Die Entscheidung, welche Entwurfsoption verfolgt wird, die Interpretation der Ergebnisse und die Beratung von Projektteams bleiben weiterhin Aufgabe der Fachkraft.
4. Woher weiß ich, dass KI-generierte Daten vertrauenswürdig sind und nicht einfach erfunden sind?
Der KI-Datengenerator greift ausschließlich auf verifizierte Ökobilanz-Inventare und Referenzmodelle zurück, niemals auf ungeprüfte Schätzungen. Jeder erzeugte Wert bleibt als generiert gekennzeichnet und wird nicht als Primärdatum eines Lieferanten dargestellt. Diese Kennzeichnung bleibt während der gesamten Bewertung erhalten, sodass Sie oder ein Auditor vorläufige Daten jederzeit von durch einen Lieferanten bestätigten Daten unterscheiden und sie austauschen können, sobald Primärdaten vorliegen.
5. Kann ich die Kosten und die CO₂-Auswirkungen verschiedener Entwurfsoptionen an einer Stelle vergleichen?
Ja. Die neue Lösung zur Lebenszykluskostenberechnung (Life Cycle Costing) kombiniert die Finanzanalyse mit der CO₂-Bilanz in einem einzigen Arbeitsablauf. So können Sie Entwurfsoptionen sowohl hinsichtlich Umweltauswirkung als auch Gesamtbetriebskosten vergleichen, ohne das Tool zu wechseln.
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